Tipps und Hilfe


Technischer Hintergrund von Kraftstoffpumpen:


Prinzipiell geht es darum den Motor mit ausreichend Kraftstoff zu versorgen. Das Problem ist dabei, dass die dem Vergaser eigene Pumpe nur so gut pumpt, wie die Vorverdichtung des Motors ist. Eigentlich ist es noch einfacher. Die vergasereigene Pumpe pumpt nur so stark, wie die Druckimpulse an der Vergaserpumpe ankommen. Im Allgemeinen nutzt man hierzu die Druckschwankungen des Kurbelgehäuses. Des Weiteren ist es so, dass die "zweite Seite" des Vergasers (die Regelseite mit den Düsen und Bohrungen) von der vergaserseitigen Pumpe gar nichts weis und deshalb nur das "verarbeitet" was ihr geboten wird. Die Verschlussnadel, die die Regelseite von der Pumpseite trennt, wird nur durch den Unterdruck im Venturi geöffnet (indem der Motor läuft und Luft durch den Vergaser saugt, dieser Unterdruck wirkt auf die große Regelmembran, welche über den Hebel und gegen die Feder dann die Verschlussnadel öffnet) und normalerweise nicht durch den von der Pumpe erzeugten Kraftstoffdruck. Hierzu müsste sonst der Kraftstoffdruck deutlich größer sein als 1bar. Viele Vergaser öffnen erst bei Drücken über 2bar (daher kann man auch mal einen Flieger mit verschlossener Tankentlüftung im Sommer im Auto lassen ohne dass der Kraftstoff aus dem Vergaser und in das Auto läuft). Wir haben verschiedene Druckmessungen gemacht, indem der Vergaser an der "richtigen" Stelle angebohrt wird. Diese Stelle ist im Kanal zwischen Pumpseite und Regelseite vor der Verschlussnadel. Damit kann der Kraftstoffdruck gemessen werden, der tatsächlich vorherrscht. Hier hat sich gezeigt, dass Motoren die völlig problemlos laufen, keinerlei Tendenzen zu kritischer Vergasereinstellung zeigen und sich auch nie verschlucken, bereits im Leerlauf einen tatsächlichen im Vergaser vorherrschenden Kraftstoffdruck von mindestens 0.15bar haben. Dieser steigt dann im Vollgas auf bis zu 0.6 bar. In der Regel waren dies kolbengesteuerte Motoren. Häufig haben flatterventilgesteuerten Motoren insbesondere im Leerlauf einen deutlich niedrigeren Kraftstoffdruck. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass die Flatterventile im Leerlauf nie 100%ig schließen, sondern erst bei zunehmender Drehzahl. Dieser Umstand ist in aller Regel zwar dem Motor egal, nicht aber der vergasereigenen Pumpe. Auch könnte hier der Grund in Problemen des Übergangs zwischen Leerlauf und Volllast zu sehen sein. Dem unzureichenden Kraftstoffdruck im Leerlauf begegne ich als Anwender mit einer weit geöffneten L-Nadel Diese wirkt aber bis in den Vollastbereich, dort jedoch bei deutlich höherem Kraftstoffdruck. Hier kann ich dem Problem durch zudrehen der H-Nadel begegnen. Im Zwischengasbereich sind mir aber meistens die Hände gebunden. Führt man sich das Beschriebene vor Augen, liegt es nahe, den Kraftstoffdruck "extern" und lastunabhängig zu erzeugen. Der Regelseite des Vergasers ist es egal wie der Kraftstoffdruck erzeugt wird, Hauptsache sie muss nicht selbst noch mitsaugen. Auch ist es der Regelseite wurscht ob der Motor läuft oder steht. Solange der Kraftstoffdruck unter der beschriebenen Schwelle bleibt, darf nur herein was auch gebraucht wird. Die ersten Versuche liefen auch dergestalt, dass ein Druckspeicher in Form einer Getränkeflasche mit 0.4 bar beaufschlagt wurde. Dieser Druckspeicher war mit dem Betriebstofftank verbunden und die Entlüftung blieb absichtlich geschlossen. Eindeutige Verbesserung, kein Vergleich mehr zu früher (im Fall 4-Takter). Bei 2-Taktern ist dies etwas schwieriger zu sagen, da viele Faktoren für einen sauberen Lauf verantwortlich sind (Schalldämpfer, Zündung, Ansauggestaltung usw.). Wie gesagt, der 4-Takt-Motor verhält sich hier einfacher.


Nun ist dies eine einfache und billige Lösung den Vergaser mit Kraftstoff zu versorgen, jedoch nicht jedermanns Sache eine recht große Getränkeflasche mitzunehmen, nach dem Tanken diese aufzupumpen, und vorher aber noch den Verschlussnippel auf die Entlüftung zu machen, dann aber vor dem nächsten Tanken diesen unbedingt erst wieder runtermachen, sonst wäre u.U. der Flieger samt dem Betanker ganz schön eingesaut.
Der nächste Schritt war dann auch schon mal in der Presse zu lesen und etwas komfortabler.
Ein separater kleiner Druckspeicher wurde mit den üblichen 8 bar wie bei einem Einziehfahrwerk gefüllt, daran schloss sich ein Druckminderventil, welches aus den 8 bar deren ca. 0.4 macht.
Danach ein 3/2-Wegeventil (elektrisch), welches diesen Druck erst mal im Speicher belässt.
Der Entlüftungsanschluss des Tanks wurde zwar über das Ventil, aber solange dieses stromlos war direkt ins Freie geführt. So konnte in gewohnter Weise betankt werden. Durch Einschalten der Fernsteuerung wurde auch das Ventil bestromt welches die Tankentlüftung dann mit dem Druckspeicher verbunden hatte. Der Druck lag somit am Kraftstoffsystem an.
Dieses System wird heute noch verwendet, jedoch ist anstelle des Druckspeichers und des Druckregelventils ein kleiner Kompressor gekommen, der diese 0.4bar erzeugt. So braucht keine Druckluft "getankt" zu werden. Des Weiteren entfällt das Druckregelventil, welches zum einen sehr ungenau war und sich zum anderen auf Primärdruckschwankungen reziprok verhielt.
Dieses System ist sehr zuverlässig, absolut trockenlaufsicher, sparsam im Stromverbrauch und, als angenehmer Nebeneffekt, spritsparend, da keine offene Tankentlüftung mehr vorhanden ist. Als ungünstig kann der "hohe" Montageaufwand mit dem notwendigen technischen Verständnis gesehen werden. Auch einen Tank unter Druck zu setzen verrät umso schneller jede Undichtigkeit im System, man denke auch an den Betankungsnippel.
Demgegenüber steht die Möglichkeit, dieses auch mit einer druckbegrenzten Zahnradpumpe zu bewerkstelligen.
APS
Bernd Albinger


[Startseite] [Firmenprofil] [News] [Dienstleistungen] [Tipps und Hilfe] [Downloads] [Rauchoelpumpen] [Kraftstoffpumpen] [Magnetventile] [Sonderventile] [Festo-Artikel] [Oele] [Betankungssysteme] [Elektronik] [Zubehoer] [Galerie] [Termine] [Gast Buch] [Links] [Kontakt] [AGB] [Impressum]

(C) Copyright APS-Pumpsystems, info@aps-pumpsystems.de